Wieviel Jahre haben wir noch?

 

Die Weltuntergangsstimmung kommt zum Jahreswechsel vom Klimagipfel aus Katowice. Das Klima zu retten, ist inzwischen nach Auffassung der meisten Deutschen eine Aufgabe, die jeden persönlich angeht.

 

Während der ersten industriellen Revolution vor etwa 200 Jahren, machte man sich keine Gedanken zur Umweltverschmutzung. Im Gegenteil, die Schlote mussten rauchen. Die Stahlkocher brauchten, um den Stahlhunger zu stillen, immer größere Mengen an Steinkohle. Wurden im Jahr 1820 noch 400 tausend Tonnen gefördert, so waren es 1956 124,6 Mio. Tonnen. Dann kam die Zeit des Öls. Die Steinkohleförderung ging zurück. Die Kohle war die Grundlage für das deutsche Wirtschaftswunder. Stabile Arbeitsplätze entstanden, die Einkommen verbesserten sich, Häuser und Wohnungen wurden besser beheizt und bald konnte die gesamte Bevölkerung in irgendeiner Form vom Aufschwung profitieren. 

 

Heute genießen wir eine der weltbesten Gesundheitsfürsorgen, fast jeder ist mobil, die Häuser sind wärmegedämmt und die Volksgesundheit ist auf einem Niveau wie nie zuvor. Die Energiesicherheit liefern die Braunkohlekraftwerke an Stelle der früheren Kernkraftwerke. Sie wurden erforderlich, weil die erneuerbaren Energien nicht ständig in gleicher Menge zur Verfügung zu stehen. So kann es passieren, dass die Windenergie in so großen Mengen zur Verfügung steht, dass sie von den Netzen nicht aufgenommen werden kann. Es kann aber auch passieren, dass zu wenig Energie zur Verfügung steht und die Energieversorgung vor dem Zusammenbruch steht. Für diesen Ausgleich brauchen wir in Deutschland die großen CO2 Emittenten, die Kohlekraftwerke.

 

Inzwischen weiß jeder, dass wir nicht so weiter machen können, denn das in der Kohle gespeicherte CO2 wird bis heute in die Atmosphäre entsorgt. Dennoch stagniert in Deutschland der CO2 Ausstoß. Wer aber schützt die Welt vor den Chinesen, die den deutschen CO2 Ausstoß jedes Jahr noch einmal oben draufsetzen? Auch Indien als Schwellenland gehört zu den großen CO2 Wachstumsländern. Die christliche Seefahrt verbrennt ungefiltert Schweröle. Und wie ist das mit unseren Urlaubsreisen? Über Weihnachten mal kurz nach Mexico oder Mallorca fliegen produziert CO2 Mengen, die ein PKW erst nach vielen tausend Kilometer erreicht.

 

Schleswig-Holstein hätte einen Teil der Lösung parat, die Windenergie. Bedauerlicherweise blockieren viele Bürgerinitiativen, die nicht selten Grün sind, die Leitungen in den Süden. Doch dies alles scheint kein Thema zu sein, denn in Deutschland ist der Schuldige für die in Katowice in Aussicht gestellte Klimakatastrophe bereits gefunden. Es sind die Autofahrer, die sind die Ursache allen Übels. Dabei wird vollkommen außer Acht gelassen, dass ein modernes Dieselfahrzeug heute eine weitaus bessere Umweltbilanz aufweist als jedes Elektrofahrzeug, das mit seinen Batterien seltene Erden benötigt, deren Förderung als höchst bedenklich einzustufen ist. Dieselfahrzeuge sind deshalb nicht die Ursache des Problems, sondern ein Teil der Lösung.

 

Die großen Wahlgewinne der Grünen wurden unter anderem in den Elbvororten erzielt. Hier gibt es kaum Menschen, die alte Fahrzeuge fahren. Hier scheint man die grüne Botschaft verstanden zu haben, denn dort macht man es zum persönlichem Problem. Dafür sorgen schon die Grünen. Sie bieten einen Ausweg an. Wer Grün wählt, rettet die Welt und kann sich so aller Sorgen entledigen. Das hatten wir schon mal, damals nannte man das Ablasshandel. Die Einhaltung der von der EU willkürlich festgesetzten der Grenzwerte, sind für moderne Dieselfahrzeuge kein Problem. Wie aber ist es mit sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen und Kleinunternehmern für die ältere Dieselfahrzeuge oft die einzig wirtschaftlichen Fortbewegungsmittel sind? Inzwischen verwehren Gerichte diesen Verkehrsteilnehmern unter Zuhilfenahme vollkommen überzogener EU-Grenzwerte die Durchfahrt einiger Straßen. Das ist nicht Sache der FDP. Schade, dass die SPD die Sozialproblematik nicht erkennt. Wir sind sicher, dass für den Umweltschutz international deutlich mehr getan werden kann als im nationalem Klein Klein, und nie sind die Schwächeren die Ursache des Problems. 

 

In diesem Sinne wünschen wir allen Bargteheidern ein gesundes erfolgreiches Jahr 2019. 

 

Ihr

Gorch-Hannis la Baume

FDP Fraktionsvorsitzender